Februar 2018

Gerade frisch in Jahr gestartet kam es nun zu dem besagten Termin mit dem Bürgermeister, der Bauaufsicht der Stadt und den anliegenden Nachbarn. Mit anliegenden Nachbarn ist ein kompletter Block gemeint. Wie schon erwähnt, durfte ich unser Vorhaben vorstellen und die ein oder andere Frage beantworten. Darauf hin wurde dann von der Stadt gefragt ob es denn eventuell Interessenten gibt, die in Zukunft ähnliche Interesse hätten. Würde sich eine Interessengemeinschaft bezüglich der Erstellung eines Bebauungsplans finden, könnte jeder davon profitieren und die Kosten würde aufgeteilt werden.

Das Bauaufsichtsamt des Landkreises welches für die Baugenehmigung zuständig ist, machte uns Hoffnung, dass die Stadt ja das selbe Interesse verfolgt: Aktuelle Grundstücke zu nutzen und zu verbessern, anstatt Neubaugebiete zu schaffen. Das Interesse der Stadt war sag ich mal „semi-passiv“.

Was sind die Vorteile des Bebauungsplans?

Das ist generell nur schwer zu sagen. Ein Bebauungsplan kann Fluch und Segen zugleich sein und so tief bin ich da auch nicht in der Materie bewandert. Zum einen reguliert ein Bebauungsplan Was, Wie und Wo gebaut werden darf und erweitert so eventuell das Möglichkeiten auf dem Grundstück und die Bebauungsflächen. In manchen Fällen kann ein Bebauungsplan aber auch zum Nachteil werden, da dieser auch vorschreiben kann, was genau und wie genau, etwas gebaut werden muss. In unserem Fall wäre das Ziel gewesen die Bebauungsfläche auf dem Grundstück zu vergrößern bzw. nach hinten zu verschieben. Wenn Ein Grundstück mehr bebaut werden darf, steigert das natürlich auch den Wert des Grundstückes.
Die Wertsteigerung war natürlich das Hauptargument dieser Diskussion. Leider hatte aber keiner der eingeladenen Nachbarn die selben Interessen, was ich auch keinem verübeln kann.
Wenn es nicht in meinem Interesse gewesen wäre, weiß ich auch nicht ob ich bereit gewesen wäre einfach so einen vierstelligen Betrag zu bezahlen. Der Wertsteigerungsgewinn käme eventuell nur noch dem Nachwuchs zu Gute. Um so einen großflächigen Bebauungsplan zu erstellen hätten ja sowieso alle mitspielen müssen.

Der nächste Rückschlag.

Doch noch waren nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Die Stadt bot uns an, dass man auch einen individuellen Bebauungsplan für das Grundstück erstellen kann. Die Kosten wären natürlich höher als in einer Gemeinschaft und von uns zu tragen. Da wir dem aber nicht abgeneigt waren, erkundeten wir uns nach den voraussichtlichen Kosten. Laut Bauaufsicht der Stadt, kommen bei so einem Vorhaben etwa 5.000 – 10.000€ zusammen. Nach kurzer Rücksprache entschlossen wir uns also diesen Weg zu bestreiten. Was macht diese Summe noch in Anbetracht der Gesamtsumme aus? Wer würde für 10.000€ bei so einem lebenslangem Vorhaben, auf seinen Traum verzichten?

Das Ganze muss natürlich in eine öffentliche Ausschreibung gebracht werden und das dauert wieder seine Zeit. Es wurde uns eine Zeitspanne 6-8 Wochen genannt bis wir ein konkretes Angebot für die Erstellung eines Bebauungsplans vorliegen hätten.

April 2018

Die Ausschreibung war abgeschlossen und wir bekamen endlich Post von der Stadt. Das finale Angebot für die Aufstellung des Bebauungsplans belief sich auf knapp 13.000 € und dabei gibt es keine Garantie, dass es am Ende dann wirklich so wird, wie wir uns das vorstellen. Die Kosten sind auch nur die hochgerechnet geschätzten Kosten. Das heißt es könnte auch durchaus teurer werden.

Druch die Ganzen Wenn und Aber,  fiel diese Option für uns raus und wir setzen uns wieder mit Fingerhuthaus zusammen um eine Alternative Lösung zu finden. Eine Anbau Variante wäre die einfachste Methode unser Vorhaben umzusetzen, sagte uns das zuständige Bauaufsichtsamt. Auf allen Grundstücken in unserer Nachbarschaft handelt es sich um Grenzbebauung und ich mag Fenster und helle Räume. Unser geplantes Haus würde somit auf einer Seite alle Fenster verlieren – das war absolut keine Option für uns.

Mir kam die Idee eine Art Platzhalter an die Grenze zu bauen um die 3 Meter Abstand zum Nachbarn zu generieren und somit am ursprünglichen Haus und Grundriss nichts ändern zu müssen. Die Idee fanden wir dann alle gut aber die etwa 15m² kosten natürlich auch mehr Geld und somit starb zumindest die Idee des Passivhauses KFW 40+, denn das konnten wir uns nicht mehr leisten.

Hier investierten die Kollegen von Fingerhuthaus noch einiges an Zeit um das Angebot so anzupassen das wir noch immer einen hohen KFW Standard haben aber auch die vergrößerte Wohnfläche bezahlen können. Unter anderem flog dabei unser Akkuspeicher für die PV-Anlage mit etwa 8.500€ aus der Kostenaufstellung. Das Ende der Geschichte war, dass unser Haus nun gut 8.000€ teurer wurde aber dafür bekamen wir garantiert 15m² mehr Wohnfläche. Es war also die bessere Alternative zur Aufstellung des Bebauungsplans, die nichts garantierte und dabei deutlich teurer war.

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